Sprachendienst Stephan Friess

Eine spanische Kollegin wollte in Word eine neue Seite beginnen, also "einen Seitenumbruch generieren", doch wo versteckte sich die Funktion für einen solchen "salto de página"? Fragte sie also einfach mal einen deutschen Kollegen: "Perdón, weißt Du, wie man einen Seitensprung macht?"
(erzählt von Alejandro)


Vor einiger Zeit erzählte mir ein Kollege aus England mit Muttersprache Englisch von einem großen Faux-Pas. Er sollte die Texte, die in manchen Restaurants mehrsprachig auf Servietten gedruckt stehen, vom Deutschen ins Englische übersetzen. Neben Sätzen wie "Guten Appetit", "Prost", etc. war auch der Ausdruck "Zahlen bitte" zu übersetzen. Nur leider nahm er es zu wörtlich und schrieb "Numbers please". PS: Er bemerkte seinen Fehler noch bevor der Kunde die Übersetzung zu Gesicht bekam.
(eingeschickt von Kerstin Herrmann aus München)


Allerdings, auch die Besten haben mal klein angefangen, da stecken wir alle im selben Boot. So berichtet eine Übersetzer-Kollegin:

"Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass sich die Vorfälle vor meinem Sprachstudium ereigneten: Unterwegs mit zwei Damen und auf der Suche nach einer Bleibe für die Nacht, wurde ich, obwohl ich als einzige der Gruppe kein Wort Spanisch sprach, gezwungen, auch mal was für die Allgemeinheit zu tun und die Hotels "abzuklappern". Im ersten Hotel reagierte der Mensch bereits wenig zufriedenstellend, als ich ihn, immer energischer werdend, fragte: "Hay estación para tres personas?" Dass ich einen Busbahnhof und kein Zimmer (habitación) für drei Leute versuchte zu bestellen, darauf war ich natürlich nicht gekommen. Auf derselben Reise betrat ich eine Parfümerie und wollte Seife kaufen. Auch hier kam mir ein Fehler meinerseits überhaupt nicht in den Sinn, schließlich hatte ich ja das dusselige Wörterbuch häufig genug befragt. Jedenfalls gab mir die Verkäuferin nicht den von mir verlangten "jamón" (Schinken) und die Seife (jarbón), die ich eigentlich wollte, bekam ich auch nicht.
(erzählt von Petra Marie Schmidt)


Typisch, betrügen wollen, aber nicht bereit, mal ein paar Euro in einen Übersetzer zu investieren ... Klingt ja fast wie "Dahs ißt ein Bankübervall. Gelt her!"

"DRINGEND!
Es erscheint, dass Ihr Konto von einem nicht bevollmächtigten Dritten zugegriffen wurde.......
......Zusätzlich kann die Email-Adresse Ihretwegen herumhantiert worden sein ......
......Wenn Ihr Konto in jeder nicht bevollmächtigten Tätigkeit, wie Schlagseite habende Einzelheiten oder stellende Gebote verwendet wurde, ist diese Tätigkeit ohne Vorfall gestrichen. Irgendwelche eng verbundenen Gebühren wurden Ihrem Konto kreditiert. Wir versichern Sie, dass Ihre Kreditkarte-Information auf einem sicheren Server versorgt wird und von niemandem angesehen werden kann. Um Kontrolle Ihres Kontos wiederzugewinnen, klicken Sie bitte auf das Verbindungsgebrüll."
(gefunden von Heidrun)


Immer wieder regt die Lektüre dieser Seite zur Diskussion an und fast jeder weiß schon aus eigener Erfahrung von einem Fettnäpfchen zu berichten, was diese Seite ungemein bereichert und stets meine Kurse zusätzlich aufzulockern vermag. Hier also zwei Berichte aus meinen Sprachkursen:

Bei einem Aufenthalt in Paris, so erzählt ein mittlerweile bereits fortgeschrittener Kursteilnehmer, hatte er ein interessantes Gespräch mit einer alten Frau, die ihm ausgiebig von ihrem bewegten Leben berichtete. Sie erzählte ihm auch, daß sie sogar ein Buch geschrieben hatte, das veröffentlicht wurde. Natürlich fühlte er sich mein Schüler damals auch genötigt, interessiert nachzufragen:
Er: - Ach ja, interessant, worüber denn?
Sie (stolz): - Sur la foi. (Über den Glauben.)
Er (versteht "le foie = die Leber"): - Aha, ein Kochbuch.
Sie (echauffiert): - Non, sur la foi.


Noch peinlicher und zudem wesentlich verwirrender war folgende Situation für den Teilnehmer eines anderen Kurses. Während seines Urlaubs in Chile wurde er von einem Einheimischen gefragt, wo er denn her komme. Aha, aus Deutschland, und schon wurde er in ein Gespräch über Deutschland im zweiten Weltkrieg verwickelt. Der Chilene wußte auch, daß die Nazis sogar Bohnen vernichteten. Dies geschah sogar planmäßig und in Massen. Jede Bohne, der man habhaft werden konnte, wurde eingesammelt und in Lager gebracht. Und dem Herrn war unverständlich, daß dieser deutsche Tourist das auch noch leugnete und noch nie etwas von diesen schrecklichen Vorkommnissen gehört hatte. Doch auch dieses Mißverständnis klärte sich zum Glück! auf. Nein, es ging in der Tat nicht um Bohnen (judías), sondern um Juden (judíos). - Nun ja, am nächsten Tag reiste mein Schüler wieder ab und wurde dort nie wieder gesehen. Doch stellen Sie sich vor, ein solcher Faux-Pas wäre auf politischem Parkett passiert....


Zu Beginn meiner Spanischkurse frage ich die Teilnehmer immer, warum Sie denn Spanisch lernen. Und in jedem Kurs ist mindestens ein Schüler, dessen Motivation, Spanisch zu lernen, eine Spanierin oder Latina ist. Ebenso gehe ich jede Wette ein, dass mindestens die Hälfte der Teilnehmer den Urlaub in einem Land verbringen möchte, in dem es zuvor genannte Frauen gibt. Bei den Teilnehmerinnen sieht es natürlich nicht anders aus. Motivationen, eine neue Fremdsprache zu lernen, gibt es viele, aber dieser Grund ist nicht nur der schönste, sondern - den Eindruck habe ich oft - auch der häufigste. Und häufig macht Liebe auch blind, wie z.B. meinen neuen Schüler, der mit leuchtenden Augen verkündete: "Also, ich habe da eine Brasilianerin kennengelernt..." - Sie wissen schon, dass man in Brasilien aber kein Spanisch spricht? - Ein erstaunter Blick und ein Kursteilnehmer weniger.

Übersetzer für Spanisch in Stockach